Mit der wirtschaftlichen Macht eines Landes verhält es sich wie mit einem Puzzle. Sie erwächst aus vielen Einzelteilen und wird erst dann ganz sichtbar, wenn man diese Teile zu einem Bild zusammensetzt. Manchmal lässt sich das Bild sogar an einer Wand begutachten.

So wie an einem September-Nachmittag auf dem Gelände des Adif-Abroñigal-Güterbahnhofs in Madrid. In einem schmucklosen Gebäude, in dessen Nähe sich Container mit Waren aus aller Welt stapeln, steht Carlos Santana, 34, vor einer Landkarte. Mit den Fingern fährt er über eine schwarz-weiße Linie, die sich vom Osten bis in den Westen zieht und unterwegs immer wieder abzweigt. In Kasachstan und dem Iran, in Tschechien, Großbritannien und in Deutschland. Die Linie markiert eine Zugstrecke. Sie beginnt im chinesischen Yiwu und endet im spanischen Madrid, nur wenige Meter entfernt von dem Büro, in dem Carlos Santana nun auf die Karte tippt. "Das hier ist die Zukunft des Welthandels", sagt er und lächelt.