Matteo Salvini liebt die Konfrontation, und er lebt gut damit. Seit er vor mehr als einem Jahr zum Innenminister Italiens ernannt wurde, attackiert er alles und jeden, am liebsten aber die EU. Die italienischen Wähler haben das honoriert: 34 Prozent erreichte seine Lega bei der Europawahl. Keine andere europäische Partei hat so viel Zustimmung erfahren. 2013 lag die Lega noch bei knapp unter vier Prozent Stimmenanteil.

Wie ist das erklärbar? Italien ist das einzige Land, das von zwei europäischen Krisen besonders betroffen ist: von jener um die Migration und von der Wirtschaftskrise. Salvini hat es verstanden, die beiden miteinander zu verbinden und den Italienern zu suggerieren, es gebe dafür einfache Lösungen. Seine Botschaften lauten sinngemäß: Migration? Kein Problem, wir schließen die Häfen! Arbeitslosigkeit? Kein Problem, der Staat muss nur mehr Geld ausgeben. Daran hindern uns aber die Brüsseler Eurokraten.