Der Teufel ist schon ein Scherzkeks. Treibt seine Späße mit der Menschheit und kann nicht genug kriegen von dieser Posse, die man wahlweise Zufall oder Schicksal nennt. Dass sie trotz allem eine Pointe hat, ist Christus zu verdanken: gekreuzigt, gestorben und – Überraschung! – am dritten Tage auferstanden. Der Tod? Das Böse? Alles nur ein schlechter Witz.

Bis ins 19. Jahrhundert hatte der Klerus für das Glück, einen Heiland mit Comeback-Garantie zu haben, eine eigene Liturgie parat: den risus paschalis, das Osterlachen. Nach der ersten Karwoche gab es Stand-up-Comedy: Priester spickten ihre Predigten mit Anekdoten, Witzen und sogar Zoten, gaben Zaubertricks zum Besten und stellten pantomimisch den Triumph des Evangeliums über das irdische Leiden dar.