Wenn Gegner und Befürworter der G-8-Reform aufeinandertreffen, halten sie sich seit Jahren immer wieder die gleichen Dinge vor. Die einen erzählen Horrorgeschichten von überforderten Schülern, die Tagespläne abarbeiten, bei denen Topmanager blass werden würden, und beim Abitur kurz vor dem Burn-out stehen. Die Gegenseite schwärmt derweil von ehemals unterforderten Kindern, die sich im alten neunjährigen Gymnasium gähnend gelangweilt hätten und nun endlich so schnell fertig werden dürften wie junge Niederländer, Russen und Koreaner – und so auf dem internationalen Arbeitsmarkt der globalisierten Welt wenigstens eine faire Chance hätten.