Es ist ihre dritte Theaterstunde. Maike Schomaker und ihre Schüler stehen in der Mitte des Klassenzimmers im Kreis, die Tische sind zur Seite geschoben, an der Tafel steht "Theater". "Unsere Bühne geht bis zu den Tischen", erklärt die Lehrerin an der Elbinselschule im Hamburger Süden ihren Schülern. Sie will etwas mit ihnen ausprobieren, das sie am Vortag bei einer Lehrerfortbildung für Theater gelernt hat, eine Übung zum Thema Requisit als imaginäres Objektspiel. "Ich gebe jetzt etwas herum, und der Trick ist, dass es nicht da ist", sagt sie und tut so, als habe sie ein niedliches Tierchen in der Hand. Vorsichtig gibt sie es dem Erstklässler zu ihrer Rechten. Der zögert erst, nimmt das unsichtbare Etwas dann in seine Hände, streichelt es und gibt es behutsam weiter. Die Übung gelingt, die Lehrerin ist zufrieden. Man merkt ihr an, dass sie Theater toll findet, und sie hält den Unterricht für sinnvoll: "Die Schüler lernen dabei zum Beispiel, verschiedene Gefühle auszudrücken und darauf zu reagieren."