In Thüringen beginnt jetzt eine Zeit, die gerade vorüber schien. Es ist die Zeit der Christine Lieberknecht. Das ewige Mädchen der Erfurter Politik verkörperte fast zwei Jahrzehnte lang die christdemokratische Staatsreserve, bis die CDU bei den jüngsten Landtagswahlen krachend unterging. Gerettet wurde sie von SPD-Chef Christoph Matschie mit dem Angebot einer schwarz-roten Koalition – zwei Pastorenkinder, zwei protestantische Theologen, regieren künftig Lutherland.

Bislang regiert Christine Lieberknecht das Erfurter Sozialministerium, früher ein Lazarett der Roten Armee. Der Dachboden, kyrillisch bemalt, nennt noch die Heimatstädte der Patienten, von Wolgograd bis Omsk. Dort hat sich die Ministerin jüngst fotografieren lassen. Sogleich zeigt sie die Bilder: Sind doch schön geworden, stimmt’s?