Ein Riss geht durch Hamburg. Fein wie ein Haar begann er sich vor knapp einem Jahr vom Rathaus aus durch die Stadt zu ziehen. Es gibt Viertel, da ist er inzwischen so breit wie ein Graben. Er trennt die Befürworter und Gegner der umfassendsten Schulreform, die ein deutsches Bundesland seit 1945 gewagt hat. Er trennt nicht allein die konservativen Eltern aus den Elbvororten von den türkischen Familien in Wilhelmsburg oder Billstedt. Er spaltet Hausgemeinschaften, Schulen, Kollegien, Lehrerzimmer und Familien. Was die einen glühend verfechten, wollen die anderen um keinen Preis.