Und sie weinten bitterlich. Helmut Kohl selbst hat das so geschildert, jene Etappe aus den letzten Kriegstagen. Aus einem Wehrertüchtigungslager bei Berchtesgaden wollte der Pimpf gemeinsam mit Freunden zurück zur Familie nach Ludwigshafen. Aber ohne Passierschein mochten die Amerikaner in Mannheim die Jungen nicht über den Rhein lassen.

Daher die Tränen. Die hat er dann nicht mehr oft vergossen, wie sein Biograf, Klaus Dreher (Leben mit Macht) es schildert. Ob der Schüler nun mit gefesselten Füßen durchs Freibad kraulte, um seinen Freunden zu beweisen, dass er selbst so noch schneller war als sie. Ob er die Hasen und Hühner zu Hause zu dressieren versuchte. Ob er das Klassenbuch führte und für Klassenmoral sorgte, gerecht, aber darauf achtend, dass es zu einer gewissen "Kumpanei des Anführers mit seinen Helfern" kam. Immer bestätigen diese Geschichten das gleiche Bild. Das Talent, das er an sich entdeckte, wollte er nutzen. In der CDU, aber klar. Schon mit sechzehn Jahren, 1946, zog es Kohl hinein in diese Partei, die damals eigentlich noch gar keine Partei war, sondern ein Sammelsurium ohne Kontur.