In der Geschichte gibt es keine Wiederholungen. Immer wieder werden wir mit neuen Szenarien konfrontiert: Neue Akteure müssen andere Probleme lösen. Mit der Großwetterlage verändern sich auch die Sorgen und Erwartungen des Publikums. Aber es gibt Situationen, die einander ähneln, Szenen, die den Eindruck des "déjà vu" hervorrufen.

Eben dies ist der Fall, wenn man die achtziger Jahre mit den vergangenen Fünfzigern vergleicht – Ostpolitik im Abstand von dreißig Jahren. Deutlicher als bisher tritt dies jetzt zutage, weil – nach dreißig Jahren – die Geheimakten des State Department und des Foreign Office aus der ersten Hälfte der fünfziger Jahre veröffentlicht worden sind. Sie lassen erkennen, wie wenig Konrad Adenauer an einer deutschen Wiedervereinigung und an Verhandlungen mit Moskau interessiert war.