Von Konrad Reiser

Dr. Hans Globke, 1949 bis 1953 Abteilungsleiter und anschließend zehn Jahre Staatssekretär des Bundeskanzleramtes, war eine der umstrittenen Persönlichkeiten der Ära Adenauer. Wegen seiner Tätigkeit zuerst im Preußischen und dann im Reichsministerium. des Innern in den Jahren 1932 bis 1945 als Referent für Staatsangehörigkeitsfragen, insbesondere aber wegen seiner Mitwirkung an einem Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen schlug die Auseinandersetzung um ihn im Bundestag und in der Presse gelegentlich hohe Wellen. Adenauer hielt ihn trotz mehrmaliger Entlassungsgesuche bis zu seinem eigenen Rücktritt im Oktober 1963 im Amt, und es entbehrte nicht des symbolischen Gehaltes, daß beide gemeinsam das Palais Schaumburg verließen; Globke an der Altersgrenze für die Pensionierung eines Beamten, der Patriarch im 88. Lebensjahr und mit dem Gefühl, aus dem Amt gedrängt worden zu sein.