Bisher ist nicht zweifelsfrei erwiesen, daß sich am 16. Dezember 1972, wie die Times berichtete, ein Massaker im nördlichen Moçambique zugetragen hat. Anders als in Lidice, Oradour-sur-Glane, My Lay – Namen, deren jeder eine Tragödie unschuldiger, der Kollaboration mit Untergrundkämpfern verdächtigter Dorfbewohner dokumentiert – ist auch strittig, ob es das Dorf Wiriyamu überhaupt gibt. Aus der internationalen Kontroverse der letzten Tage stechen folgende Behauptungen, Dementis und Zweifel hervor:

  • Der Rebellenbewegung Frelimo ist nach Darstellung eines Sprechers im Hauptquartier in Daressalam von dem Massaker nichts bekannt, aber es sei "die übliche Praxis der portugiesischen Soldaten, zu töten und Dörfer niederzubrennen".
  • Ein Sprecher der portugiesischen Botschaft in London betonte: "Wenn das, was in diesem Bericht behauptet wird, tatsächlich geschehen sein sollte, hätten die Frelimos mit Sicherheit davon erfahren und keine Minute gezögert, dies direkt an die Öffentlichkeit zu bringen."
  • Nach amtlicher portugiesischer Mitteilung ist dieses Dorf nirgends verzeichnet. Der spanische Missionar Enrique Ferando erklärte hingegen in Madrid, Wiriyamu liege zehn Kilometer südöstlich der Stadt Tete am Fuß des Berges Kaoriera. Der spanische Missionar Berenguer ergänzt: "Wiriyamu war ein Nachbardorf unserer Missionsstation." Seine Ortsbeschreibung stimmt mit der des Confraters ungefähr überein.
  • Der Bischof von Tete, Cesar Augusto, ließ in seiner Residenz in Beim erklären, er wisse von den Vorfällen, nichts. Nach den Berichten der spanischen Priester hatte er aber Wiriyamu nach dem Blutbad im Hubschrauber überflogen. Sie meinen, der Oberhirte habe Angst, offen zu reden.
  • Der Sprecher des Vatikan, Alessandrini, nahm zu Wiriyamu direkt nicht Stellung, sondern formulierte allgemein: "Der Heilige Stuhl hat über seinen Vertreter in Lissabon mehrfach um Informationen ersucht und sein Bedauern zum Ausdruck gebracht. Auch die Bischöfe von Moçambique haben interveniert." Die vatikanische Wochenzeitung Osservatore Romano hält die Berichte über die Bluttaten für verläßlich,
  • Niederländische Missionare haben in der Zeitung Handelsblad erhärtet, was Pater Adrian Hastings geschrieben hat: "Die portugiesische Regierung lügt, wenn sie das Abschlachten in Moçambique... leugnet." Die Zeitung nennt die Namen der Missionare nicht, damit sie nicht ausgewiesen werden.