Von Gabriele Venzky

Warum gerade die Meldungen über das angebliche: Massaker von Wiriyamu (oder Williamo) weltweite Empörung hervorgerufen haben, ist schwer zu verstehen. Denn ähnliche Berichte hat es schon zuvor gegeben, ebenso detailliert und vielleicht sogar noch fundierter. Nur zur Kenntnis nahm man sie nicht.

Da hatte Corneliu Confarme Chauque zu Protokoll gegeben, er sei im März 1971 Zeuge eines Massakers an 15 Personen, darunter drei Kindern, gewesen, das portugiesische Soldaten im Dorf Matundo (Moçambique) verübt haben sollen. Die Dorfbewohner hätten angeblich die Auskunft darüber verweigert, ob sie Personen – sprich Freiheitskämpfer –, die durch ihr Gebiet kommen, versteckt oder ihnen Nahrung gäben. Die Kinder sollen von den Soldaten gegen Baumstämme geschlagen worden sein. Weiter sagte Chauque aus, daß nach einer Minenexplosion am – 3. April 1972, die ein Armeefahrzeug auf der Straße von Moatize nach Zobwe zerstörte, portugiesische Soldaten in das Dorf Mbola kamen und die Bewohner fragten, ob sie die Explosion gehört hatten. Als diese es verneinten, nahmen die Soldaten alle schwangeren Frauen, die sie finden konnten, ermordeten drei, indem sie deren Leiber mit Bajonetten aufschlitzten und die Föten herauszogen. Andere Frauen töteten sie mit Bajonetten oder durch Schläge auf den Kopf.