Er ist 20 Jahre alt, Abiturient. Seit drei Jahren ist er Mitglied und Funktionär der DKP und der Sozialistischen Deutschen Arbeiter-Jugend (SDAJ), seit drei Monaten Soldat bei der Bundeswehr. Konflikte sind damit vorprogrammiert.

Seine kommunistische Überzeugung erschien als Sicherheitsrisiko, von den Funkern wurde er als Fahrer versetzt zur Panzertruppe. Die mündliche Begründung, die man ihm gab, war einfach: Er sei Mitglied der DKP, hieß es, den Rest könne er sich denken. Seine Reaktion? Die Sicherheitssorgen der vorgesetzten Dienststellen kümmern ihn wenig, er fertigt sie in einem ironischen Nebensatz ab; stärker berührt ihn offenkundig der Prestigeverlust: Der Durchschnitts-IQ der Funker liegt nach den Bundeswehr-Richtlinien erheblich über dem der Panzerfahrer, der soziale Stellenwert ist gesunken, das Betätigungsfeld ist eintöniger geworden. Eine Strafversetzung also? Er wird vorsichtig, will offensichtlich das Verhältnis zu den Vorgesetzten nicht noch mehr belasten.