Warum Karl Klasen keinen Konkurs anzumelden braucht

Wäre die Deutsche Bundesbank eine gewöhnliche Aktiengesellschaft, hätte Bundesbankpräsident Karl Klasen schon Mitte März 1973 die Eröffnung des Konkursverfahrens beantragen müssen. Dazu wäre er nach Paragraph 92, Absatz 2 des Aktiengesetzes dann verpflichtet, wenn das Vermögen nicht mehr die Schulden deckt, also mehr als Kapital und Reserven verloren sind. Seinen Antrag hätte er innerhalb von drei Wochen nach Eintreten der Überschuldung stellen müssen.

Überschuldet war die Bundesbank schon in der ersten Februarhälfte. Bis dahin sind seit dem letzten Bilanzstichtag, dem 31. Dezember 1972, Währungsverluste in Höhe von 7,2 Milliarden Mark entstanden. Grundkapital und Reserven der Bundesbank betragen aber nur 1,22 Milliarden Mark: Das Vermögen der Bundesbank deckt also die Schulden nicht mehr.