Schneller, als beim Trott der Bürokraten zu hoffen war, hat die Affäre Steiner zu Konsequenzen geführt. Der Präsident des badenwürttembergischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Peter Lahnstein, und sein für Spionageabwehr zuständiger Abteilungsleiter Schülke, sind ihrer Posten vorläufig enthoben worden. Nach ihrem blamablen Auftritt vor dem Untersuchungsausschuß des Bundestages bleibt nur der Kommentar: zu Recht.

Die Schlamperei, mit der sie den Fall des angeblich für Bonn wie für Ostberlin spionierenden Doppelagenten Steiner nach eigenem Aussage behandelt haben, ist ein Skandal. Dabei entsprach der groben Fahrlässigkeit nach außen die Behördenwillkür nach innen. Obwohl Steiner den Stuttgarter Verfassungsschützern berichtet hatte, daß er Ostberlin unter anderem über interne Vorgänge in der CDU/CSU informieren sollte, hielten sie es für überflüssig, vorgesetzte Stellen zu informieren und die Union zu warnen. Daß Schülke überdies, mit Langhaarperücke getarnt, die Vernehmung Steiners am Tegernsee verfolgt hat, gibt dem Ganzen nur noch eine groteske Pointe.