Von Manuel Gasser

In einer Familie, in welcher jeder und jede schreibt oder schrieb, ist Katja Mann die einzige, von der es nichts Gedrucktes gibt. Eines Tages fanden dann die Kinder, die in ihrem Gedächtnis gehäuften Erinnerungen müßten der Nachwelt erhalten bleiben. Man verschrieb sich zu diesem Zweck einen jungen Germanisten mit Magnetophon. Es kam aber nicht viel dabei heraus. Wahrscheinlich weil die sonst so Mitteilsame, von Menschenschilderungen und Geschichten Überströmende spürte, daß die aus der Gesprächssituation herausgeschälte Anekdote ein Fisch auf dem Trockenen ist. Vor allem aber, weil sie die Rolle der solchermaßen Ausgefragten als unnatürlich und deshalb als ungehörig empfand.