ARD, Sonntag, 15. Juli: "Die ausgezeichneten Deutschen – Beobachtungen unter Ordensträgern", von Roman Brodmann

Die Weimarer Republik hatte die Orden abgeschafft, die Bundesrepublik schaffte sie wieder an. Ein Orden, meinte Theodor Heuss seinerzeit, sei billiger als ein Kaffeeservice. Und mit irgend etwas sollten besondere Leistungen ausgezeichnet werden, als es galt, die Republik aus den Trümmern aufzubauen.

So entstand das Bundesverdienstkreuz mit seinen acht Stufen und mit seinem Krampf, den Roman Brodmann so anschaulich illustrierte. Er beginnt mit der Frage von dem Herrn aus dem Bundespräsidialamt: "Wo kriegen wir die Menschen her, die ausgezeichnet werden sollen?" Und weil soviel hervorragende Leistungen offenbar schwer zu finden sind, funktioniert das Ordensverleihungssystem andersherum: Jedes Bundesland bekommt eine bestimmte Anzahl von Orden, die es zu verteilen hat – die Medaille als unterste Stufe in der Regel für die kleinen Leute, für die Herren in gesellschaftlicher Stellung die höheren, jene, die am Halse und an der Schärpe zu tragen sind.