Die Menschen kämpfen sehr gern für ihre Ideale – falls sie in derselben Richtung liegen wie ihr Interesse. Ludwig Marcuse

Konrad Farner 70 Jahre

Der Luzerner Bürgersohn, der sich schon als Gymnasiast für den Leninismus begeisterte, gilt wegen seiner roten Gesinnung immer noch als schwarzer Fleck auf der weißen Schweizer Weste. Während des Kalten Krieges fast zehn Jahre lang gesellschaftlich geächtet (vergleiche die ZEIT Nr. 2 vom 14. 1. 72), durfte der promovierte Kunsthistoriker erst im Wintersemester 1971/72 wieder Redefreiheit für sich in Anspruch nehmen: Die Universität Zürich bot ihm einen Lehrauftrag an. Die entbehrungsreiche Vita des verfemten Schweizer Kommunisten und theologisch orientierten Philosophen wird demnächst auch Lesestoff für deutsche Hauptschüler. Der Bertelsmann-Schulverlag will den erwähnten ZEIT-Artikel über Farner in seine Lesebücher aufnehmen.