Von Carl-Christian Kaiser

Bonn, im Juli

Viel Neues hat der Parlamentarische Untersuchungsausschuß zur Aufklärung der Steiner-Affäre bisher nicht zutage fördern können. Ob es sich nun um den Kernpunkt der Recherchen, die mögliche materielle Beeinflussung des ehemaligen CDU-Abgeordneten beim Mißtrauensvotum gegen Bundeskanzler Brandt im April letzten Jahres, oder um die Rolle Julius Steiners als Doppelagent für den Verfassungsschutz und die DDR handelt – die von den neun Parlamentariern erfragten Befunde gehen nicht wesentlich über das hinaus, was schon zuvor von Steiner und anderen öffentlich behauptet oder mitgeteilt worden war. Dem Ausschuß blieb ein eindrucksvoller Auftakt versagt, weil sich ihm die eine Hauptperson, eben Steiner, per Krankheitsattest zunächst entzog, und weil die andere mögliche Hauptperson, Karl Wienand, vernünftigerweise erst gehört werden kann, wenn sich auf Grund der Steinerschen Aussagen präzise Fragen an den Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion formulieren lassen.