Von Gerhard Prause

Wiesbaden

Deutsche Mayo-Klinik ist am Ende" (Frankfurter Rundschau), "Trotz guter medizinischer Arbeit für die privaten Aktionäre kein Geschäft" (Süddeutsche Zeitung), "Hessen macht Vorschläge für die Erhaltung des Wiesbadener Diagnose-Zentrums" (Die Welt) So und ähnlich lauteten am vergangenen Wochenende die Meldungen über die Deutsche Klinik für Diagnostik, und Bild fragte: "Muß sie am Freitag sterben?", womit Freitag der nächsten Woche gemeint ist, der 20. Juli.

Aber zur Zeit sieht es nicht so aus, als ob die seinen DKD-Großaktionäre Siemens und Allianz, die zusammen 45 Prozent des Zehneinhalb-Millionen-Kapitals halten, an diesem Tag den "rüden Versuch, die Klinik kurzfristig abzunabeln" (Der Spiegel), endgültig wahrmachen und das monatliche Defizit von etwa 500 000 Mark nicht mehr decken werden. Vielmehr scheint der lessische Sozialminister Dr. Horst Schmidt den meiden Hauptaktionären klargemacht zu haben, daß der Klinik unter dem Druck dieses Ultimaums, das am Montag voriger Woche ausgesprohen worden war, von niemandem geholfen werden könne und daß dann "die Verantwortung für das Scheitern bei ihnen liege".