Von Georg Hermann

Kommt man im Sommer nach Los Angeles und hält Ausschau nach guter Musik, glaubt man in eine verschlafene kleine Provinzgemeinde geraten zu sein: Die Sieben-Millionen-Megapolis mit einer so dichten Konzentration von hochbegabten Musikern, wie es sie in keiner anderen Stadt der Welt gibt, scheint ein Tummelplatz von Amateuren und Musikschülern zu sein und von gelangweilten Künstlern, die in Kirchen, Turnhallen und Museen, in Schulsälen und College-Auditorien vor einem spärlichen Publikum ein sehr gemischtes Programm von sehr gemischter Qualität darbieten, Eintritt meistens frei. Im Pavillon, dem prachtvollen Konzerthaus des Music-Centers, läuft das Musical "Oliver!" (frei nach Dickens), und im wunderschönen Kammermusiksaal seines Schwesterhauses, im Mark Taper Forum, wird eine englische Komödie vorgeführt.