Von Horst-Wolfgang Bremke

Kaum zehn Jahre ist es her, da gelangten Deutschlands "Führungskräfte der Wirtschaft" zu einer bitteren Erkenntnis. Ihre Arbeitsmethoden, so wurde ihnen von allen Seiten bekundet, ließen zu wünschen übrig. Ein Schlagwort machte die Runde: Es bestehe ein Management-Gap zwischen den cleveren, eroberungsgewohnten Lenkern amerikanischer Wirtschaftsimperien und den biederen, im Aufbauboom der Nachkriegszeit groß gewordenen Selfmade-Managern der Alten Welt.

Um die Lücke zu schließen, traten allenthalben Management-Propheten auf. Sie verkündeten eine Heilslehre, die – wie nicht anders zu erwarten – aus Amerika kam: Planen, Organisieren, Führen und Kontrollieren, "diese vier wichtigsten Funktionen des Managements", seien erlernbar. Wie Pilze schossen überall in der Bundesrepublik und bei ihren Nachbarn – vornehmlich der managerfreundlichen Schweiz – Lehrinstitute "für Manager, die hart an sich arbeiten wollen", aus dem Boden.