Mit der Vernehmung des Ehepaars Baeuchle und des FDP-Abgeordneten Geldner hat der parlamentarische Untersuchungsausschuß in Bonn in der vergangenen Woche auf zwei Ebenen geprüft, ob sich der Verdacht auf Korruption im Bundestag erhärten läßt. Die Anhörungen brachten allerdings nur Bestätigungen früherer Aussagen.

Hans-Joachim Baeuchle, Bürgermeister in Schelklingen (Württemberg) belastete dabei, von seiner Frau Ellen unterstützt, erneut den SPD-Fraktionsgeschäftsführer Wienand. Am 29. März 1972 habe in seiner Wohnung ein Treffen Wienands mit dem damaligen CDU-Abgeordneten Steiner stattgefunden. Der SPD-Politiker habe dabei "abstrakt, nicht auf die Person bezogen", überlegt, wie man einem CDU-Abgeordneten bei Schwierigkeiten mit seiner Partei wegen abweichender Stimmabgabe helfen könne. Von 200 000 bis 250 000 Mark, ins Ausland überwiesen oder auch in bar, sei da die Rede gewesen.