Von Werner Sonntag

Ein Eisenbahnfreund aus Hamburg setzte sich am Wochenende ins Auto und fuhr 600 Kilometer weit nach Hohenlohe; dort ließ er sich 20 Kilometer mit dem Schmalspurbähnchen durchs Jagsttal befördern und 20 Kilometer zurück zu seinem Auto und kehrte beglückt nach Hamburg heim. Wir Eisenbahnenthusiasten sind so.

Freilich, die Enthusiastischsten unter uns begnügen sich nicht damit, hundert oder Hunderte von Kilometern mit dem Auto anzureisen, um zwei, drei Stunden lang auf harter Holzbank in einem schlecht gefederten Eisenbahnwagen zuzubringen, Schienenstöße zu spüren, sich auf der Plattform von einer Dampflokomotive einrußen zu lassen – und dies alles gegen einen Zuschlag zum gewöhnlichen Eisenbahnfahrpreis; die Krönung ist, in seiner freien Zeit selber Eisenbahner zu sein.