Die Band kommt zu spät. Die emotionalen Äußerungen des Publikums manifestieren sich in Pfiffen und Buhrufen, doch das Publikum reflektiert nicht, sondern verharrt auf der Stufe einer räumlich geschlossenen Einheit, es bildet ein soziales Aggregat, das wegen mangelnder Kommunikation passives Konsumverhalten stilisiert und so manipulierbar bleibt. Der nichtverbale Protest des Publikums wird von den Veranstaltern aufgefangen und durch ein Klangkonglomerat von hohen Phonstärken neutralisiert. Je nach Größe des Konzerts ist das Publikum der akustischen Suggestion der Vorgruppe oder eines Tonbandes ausgeliefert, es wird vorbereitet zum kongenialen Aufnehmen und Miterleben. Dieser Vorgang reproduziert sich auf fast allen Konzerten und kann auf wenige voneinander kaum abweichende Variationen reduziert werden. Die Eintrittspreise für Pop-Konzerte liegen außerhalb der großen städtischen Zentren, wo bedeutende Gruppen kaum oder nur sehr sporadisch auftreten, um die acht Mark, in Großstädten um zwanzig Mark.