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Ausgabe Nr. 28/1973

Feuilleton

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DIE ZEIT

Bonner Ultimatum

Der Streit zwischen der Bundesregierung und den Fluglotsen geht in die entscheidende Runde. Verkehrsminister Lauritzen hat ein Ultimatum gestellt: Wenn die Fluglotsen nicht bis zum 7.

Irisches Patt

Die Nordiren haben gewählt. Nun kann eine der seltsamsten Legislaturperioden beginnen. Sie ist vorerst auf neun Monate befristet.

Militär als Retter

Die chilenische Armee hat viel von den Preußen gelernt: den Stechschritt, aber auch die Unfähigkeit zum Putschen. Loyal zur legalen "Volksfront"-Regierung, schlug sie binnen weniger Stunden den Aufstand des zweiten Panzerregiments nieder.

Atompilze in Asien

Vermutlich ist es eine politische Legende, daß der Staatspräsident merci, Monsieur Mao murmelte, als er die Nachricht von der chinesischen Atomexplosion hörte.

Worte der Woche

"Wir sind der Ansicht, daß die Sicherheit Europas ohne die volle Sicherheit für die Bürger jedes europäischen Landes undenkbar ist.

Zeitspiegel

Die Chancen, daß der Bundestag noch in dieser Legislaturperiode einen Gesetzentwurf akzeptieren wird, nach dem die Korruption von Abgeordneten strafbar sein soll, sind äußerst gering.

Auf dem Sicherheitskongreß der Europäer in Helsinki suchen 35 Nationen nach den Regeln für die "bewaffnete Entspannung": Kühnes Experiment für den Frieden

In Helsinki hat sich der Vorhang zur "Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (KSZE) gehoben. Im Glanz der Scheinwerfer erstrahlt die Bühne, auf der sich der erste Akt dieses gesamteuropäischen Schaustücks abspielt.

Staatsstreich von oben

Uruguay erlebte in der vorigen Woche einen "kalten Staatsstreich" seines Präsidenten Bordaberry. Mit Hilfe der Armee löste der 45jährige am Mittwoch das Parlament auf und will von nun an mit Hilfe eines Staatsrates durch Dekret regieren.

Chile: Putsch vereitelt

Chiles Staatspräsident Allende hat sich trotz eines Putschversuches behaupten können. Am Freitag vergangener Woche unternahm das Zweite Panzerregiment einen Angriff auf den Präsidentenpalast in Santiago.

Aufwertung um 5,5 Prozent

Mit der Aufwertung der Mark um 5,5 Prozent reagierte das Bundeskabinett am Freitag unerwartet rasch auf spekulative Devisenzuflüsse europäischer Währungen, mit denen die Mark in einem Block fester Relationen zueinander und freier Wechselkurse zum Dollar verbunden ist.

Wie sauber sind die Freibäder?: Schweiß und Staub

Mit der Hitze kam die große Zeit der Bäder. Viele Bundesbürger hielten es schon im Juni in ihren Bürosilos nicht mehr aus, ließen oft Arbeit Arbeit sein und eilten in die nächstgelegene Badeanstalt, um sich, noch vom Schweiß gebadet, ins Wasser zu stürzen: Im Hamburger Dulsberg-Bad an einem Juni-Tag allein 10 000, im Düsseldorfer Rheinstadion 12 000, und im Plansch-Mekka des Ruhrgebietes, im Essener Gruga-Bad, waren es gar 19 000.

Wo Musil geboren wurde

Der neue Besitzer des Hauses Nr. 50 in der Klagenfurter Bahnhofstraße, der Raiffeisenverband, hat alle ökonomischen Argumente für sich, wenn er dieses Haus abreißen und an seiner Stelle ein achtstöckiges Hochhaus bauen will.

Bildungspolitik: Dohnanyis Kampf

Als ein gewandter Manager auch auf der politischen Bühne hat sich Klaus von Dohnanyi hinreichend legitimiert; ob der Bonner Bildungsminister darüber hinaus auch Qualitäten als politischer Kämpfer besitzt, muß sich nun erweisen, denn jetzt muß Dohnanyi kämpfen.

Kunstkalender

Spaß muß sein, Brusberg weiß, was er seinem Publikum im Hochsommer schuldig ist und hat sich das Kurioseste an Land gezogen, was England derzeit zu bieten hat.

Filmtips

Im Fernsehen: "Schatten" (Deutschland 1923) von Arthur Robinson (Nord III 7. Juli). Dieser Film, von dem in Deutschland aufgewachsenen Amerikaner Robinson gedreht, zeigt meisterhaft den im romantischen und expressionistischen deutschen Stummfilm zur Vollendung entwickelten dramaturgischen Gebrauch von Licht, Schatten und Spiegeln.

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