Von Marion Gräfin Dönhoff

Nirgends ist der Vorfrühling so schön wie in Berlin. Der Himmel ist makellos blau, das Licht glasklar, die Luft frisch. In den Vorgärten von Dahlem und Grunewald spielen die Kinder Ball, und auf dem Rasen, zu Füßen der sonnenbeschienenen Kiefern, hüpfen dicke schwarze Amseln hin und her. Eine ganze Woche lang ist ein Tag wie der andere: kühl, klar und leuchtend.

Ich bin nach Berlin gekommen, um einmal zu sehen, wie sich das Leben in der einst "belagerten Festung" entwickelt – jetzt, wo die Ostverträge die Grundlage für Entspannung und Normalisierung gelegt haben. Die Frage heißt: Was ist Berlin heute? Und was soll aus der Stadt werden?