Düsseldorf

Die Würfel sind gefallen, und sie fielen gegen den Innenminister Willi Weyer (FDP). Den entscheidenden Wurf führte der Chef der Staatskanzlei aus, Minister Professor Friedrich Halstenberg (SPD), Leiter der Landesplanung. Er hatte schon früh in der eigenen Landtagsfraktion und beim Ruhrsiedlungsverband, dessen Direktor er einst war, sowie vor Parteigremien Front gemacht gegen das Städteverbandsmodell und sich statt dessen für eine Eingemeindungspolitik im Ruhrgebiet ausgesprochen. Es kam darüber zu öffentlichen Kontroversen zwischen beiden Ministern im Kabinett Kühn. Denn Weyer kämpfte wie ein Löwe um die Verwirklichung seiner Vorstellung, alle 16 kreisfreien Städte des Reviers möglichst zu vier Superzentren zusammenzuschließen. Letzte Woche nun ließ der im Streit keineswegs ermattete, wohl aber einsichtig gewordene Innenminister sein Lieblingsmodell wie ein Muster ohne Wert in den Papierkorb fallen. Die Oberbürgermeister des Reviers hatten Weyer zur Kapitulation gezwungen, wenn auch nur über den Umweg ihrer Landtagsfraktionen.