Von Carl-Christian Kaiser

Bonn, im März

Selten ist es so schwierig gewesen, über Verlauf und Ergebnisse eines sozialdemokratischen Bundesparteitags Prognosen zu stellen wie vor dem Treffen in Hannover, das die ganze zweite Aprilwoche ausfüllen wird. Sicher ist nur, daß sich die Partei in einem Spannungszustand zwischen rechts und links befindet, in dem ein falsches Wort in Hannover alle Vorsätze, es nicht zu dramatischen Auseinandersetzungen kommen zu lassen, über den Haufen werfen kann. Ihre "neue Mitte", von der Brandt im Zusammenhang mit der sozial-liberalen Koalition so oft spricht, hat die SPD jedenfalls noch nicht gefunden.