Von Klaus Bölling

Washington

Was sich zunächst eher als ein Spektakulum ansah, den Kameras der geschwinde nach "Wounded Knee" anreisenden New Yorker TV-Gesellschaften zugeeignet, hat inzwischen so viel Bitterkeit bei den Indianern und genug Emotion auf der Seite der Ordnungsmacht erzeugt, daß ein indianisches Attika zwar unwahrscheinlich, aber mit Gewißheit nicht mehr auszuschließen ist. Schon gab es zwischen den das Dörfchen "Wounded Knee" belagernden Rebellen der AIM (American Indian Movement) und der Polizei Schießereien. Die Folge waren kleinere Blessuren auf beiden Seiten, Verhärtung bei den Sprechern der Rebellen und schwindende Geneigtheit der Regierungsfunktionäre, den Forderungen der indianischen Revolutionäre auf Selbstbestimmung wesentlich entgegenzukommen.