Eltern, die aus dem Ausland zurückkehren, beurteilen die Erfahrungen ihrer Kinder in zweisprachiger Umwelt häufig negativ: Die Kinder seien sozial isoliert gewesen oder fanden sich nach der Rückkehr nach Deutschland in einer isolierten Atmosphäre wieder; sie seien in ihrer Sprachentwicklung gehemmt und sprächen sowohl Muttersprache als auch Zweitsprache gleichermaßen unvollkommen.

Zahlreiche deutsche Forscher geben ihnen recht. In Untersuchungen wurde immer wieder nachgewiesen, daß jemand, der in der prägenden Zeit des Spracherwerbs mit zwei Sprachen zugleich konfrontiert wurde, sich nirgendwo so ganz "zu Hause fühlt" und gleichsam zwischen zwei Stühlen sitzt. Sprache wird damit eher als Kulturträger denn als Kulturmittler angenommen und die Funktion als Informationsträger bagatellisiert.