Von Gabriel Laub

Warum fängt ein anerkannter Lyriker an, historische Romane zu schreiben? Warum unterzieht er sich der Notwendigkeit, Tausende von Seiten zu studieren, um festzustellen, wo an einem gewissen Tag einzelne Divisionen der kämpfenden Armeen standen oder wie der Tagesablauf in einem Franziskanerkloster aussah? Will er dem ewigen Gespräch mit sich selber und mit der Gegenwart entgehen – oder sucht er eben für dieses Gespräch einen festeren Boden? Will er der Vergangenheit Fragen stellen, oder will er mit ihrer Hilfe die Antworten untermauern, für die das lyrische Ich ein nicht ausreichend glaubwürdiger Zeuge ist?