Von Ernst Weisenfeld

Paris, im März

Der Wahlsieg des vergangenen Sonntags wirft für die Gaullisten mehr Probleme auf, als ein kurzer Blick auf die neue Mandatsverteilung erkennen läßt. Der Vorsprung von rund 30 Stimmen zwingt das Regierungslager schon in den ersten Sitzungen der Nationalversammlung zu Verfahrenskniffen.

So wird auf der Regierungsbank voraussichtlich nur der Premierminister Platz nehmen. Eine vollständige Regierung kann man sich in den ersten Tagen nicht leisten, weil sonst der Kampf um das Parlamentspräsidium und um die Besetzung der Ausschüsse zu schwierig würde. Das hängt mit einer Besonderheit der Fünften Republik zusammen: Niemand kann zugleich Minister und Abgeordneter sein. Nun wird zwar mit jedem Abgeordneten zugleich sein Vertreter und Nachfolger gewählt, aber zwischen Ausscheiden des einen und Nachrücken des anderen Abgeordneten legt das Gesetz eine Frist von 30 Tagen.