beginnt zu schrumpfen

Von Theo Löbsack

Erfreuliches ist zu melden: Die bundesdeutsche Bevölkerung ist auf dem Wege zum Nullwachstum. Sie hat, sieht man es weltpolitisch, die Zeichen der Zeit erkannt, sie gibt ein Beispiel für die humanste Methode, die Menschenvermehrung auf unserem Planeten zu bremsen.

Abgesehen von den beiden Rezessionsjahren 1966 und 1967 hatten die Bundesbürger mit einem Bevölkerungszuwachs von 501 000 oder 0,8 Prozent schon im Jahre 1971 die niedrigste Rate seit 1954 erreicht. Nur noch ein Zehntel dieses minimalen Zuwachses resultierte aus dem Geburten-Überschuß; neun Zehntel waren "Wanderungsgewinne", also der Effekt, den Zuwandernde auf die Bevölkerungszahl haben. Nach, einer vorläufigen Feststellung des Statistischen Bundesamtes gab es zur Jahreswende 1971/72 im Bundesgebiet und Westberlin 61,5 Millionen Einwohner, und zwar 29,4 Millionen männliche (47,7 Prozent) und 32,1 Millionen weibliche (52,3 Prozent). 3,4 Millionen Einwohner, also 5,6 Prozent, waren Ausländer.