Vor einhundert Jahren, am 19. März 1873, wurde Max Reger geboren. Seine Musik galt noch vor wenigen Jahren sowohl bei den Avantgardisten der Moderne als auch denen des neobarocken Purismus so gut wie nichts – den einen war die spätromantisch verklausulierte Harmonik suspekt wie kaum etwas sonst, den anderen galt die auf raffinierte orchestrale Färbungen ausgerichtete Orgelmusik als Degeneration und Entfremdung eines ehemals hochkultivierten Instruments. Zu seinem 100. Geburtstag wurden ein paar für den Musikbetrieb Verantwortliche ein paar Minuten lang seiner gedenk, dies und das wird aufgeführt, hier und da hält ein Wissenschaftler Vorträge, Bonn feiert ihn sogar eine Woche lang, und das dortige Max-Reger-Institut gibt einen Band mit Briefen heraus. Auch die Schallplattenindustrie entsann sich, daß da noch ein paar Marktlücken zu füllen sind.