"...Heute kann man bereits feststellen, daß dieses Vertragswerk (der Grundvertrag. Die Red.) die europäische Entwicklung sehr positiv beeinflußt ... Daß eine solche Entwicklung den reaktionären Kräften in Westeuropa nicht paßt, wissen wir. Daß zu ihrer Verwirklichung noch manches getan werden muß, ist offensichtlich. Denn friedliche Koexistenz – das möchte ich noch einmal unterstreichen – bedeutet mehr als nur einen Zustand des Nichtkrieges. Friedliche Koexistenz bedeutet auch zwischenstaatliche Zusammenarbeit.

Unterschiedliche Gesellschaftssysteme dürfen kein Grund für ein feindseliges Nebeneinander sein. Das ist auch der Sinn der Verträge, die wir mit der Bundesrepublik abgeschlossen haben. Der Vertrag, der die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland umreißt, dessen Ratifizierung jedoch noch aussteht, soll gerade zu einem friedlichen Nebeneinander, ja, zu einem gewissen Miteinander führen, soweit dies zwischen sozialistischen und kapitalistischen Staaten möglich ist. Wir wollen also keine schlechten Beziehungen.