Von Dietrich Strothmann

Damaskus, im März

Noch einmal kochte die Volksseele. Angefeuert von ihren Scheichs, den Ulemas, gingen die gläubigen Syrer erst in Hamah, dann in Homs, Aleppo und zuletzt auch in Damaskus auf die Straße. Sollte das Land wieder in den Studel des Staatsstreichs gezogen werden? Waren den frommen Fanatikern unter den Sunniten jene knapp zwei Jahre Ruhe, für die Präsident Hafez el-Assad gesorgt hatte, schon zuviel geworden? Auf Flugblättern, die Studenten der Damaszener Universität in dem Gewirr der Basargassen unter der Hand verteilen, wurde wieder einmal zum Sturz der Regierung aufgerufen: Weg mit den Alawiten!