Von Jens Friedemann

Das Geschäft mit steuerbegünstigten Immobilienzertifikaten floriert wie nie zuvor. Nach Angaben der Bundesbank investierten Deutschlands Mini-Baulöwen mehr als fünf Milliarden Mark in 240 geschlossene Haus- und Bodenfonds. "Um genügend Anleger für ein Zehnmillionenprojekt zu finden", so ist aus der ältesten Fondsfabrik, der Bremer Treuhand, zu vernehmen, "benötigen wir nicht mehr als vier bis fünf Tage."

Antriebsmotor für den Fondsboom ist die bundesdeutsche Inflationsangst. Die Furcht, in einem Jahr das zu verlieren, was im Jahr zuvor gewonnen wurde, braucht der Anleger, der eine kleine Scheibe von einem großen Immobilienvermögen erwirbt, nicht im Nacken zu sitzen. Er erhält nicht nur einen Anteil an einem bestimmten Miets- und Geschäftshaus, das hohe Miet- und Pachterträge verspricht, sondern kassiert obendrein erhebliche Steuervorteile.