Deutschlands Reeder fordern von der Bundesbank und der Bundesregierung eine Modifizierung des Bardepots-Gesetzes. Ihre Ausnahmesituation, so die Reeder, zeigt sich jetzt wieder in den Auswirkungen der Währungskrise. Welche Probleme müssen die Reeder lösen?

  • Die Dollarabwertung wurde von der deutschen Wirtschaft im großen und ganzen positiv bewertet. Die Reeder waren aber offensichtlich über die Paritätsänderung nicht glücklich. Welche Gründe gibt es für dieses negative Echo?
  • Trulsen: Da fast die gesamten Erträge der Seeschiffahrt auf Dollarbasis beruhen, ergibt sich in Mark umgerechnet eine der Dollarabwertung entsprechende Mindereinnahme. Da sich zudem der "Second-Hand"-Markt (Markt für gebrauchte Schiffe) auf Dollar-Basis abspielt, erleidet die gesamte Flotte – in Mark ausgedrückt – einen, erheblichen Substanzverlust. Inwieweit sich auf dem Weltmarkt eine Korrektur der Dollarpreise durch die Dollarabwertung ergibt, bleibt abzuwarten. Schließlich: Durch die in der Regel gegebene Mark-Verschuldung der deutschen Reeder ergeben sich in Zukunft, in Dollar ausgedrückt, eine höhere Verschuldung und entsprechend höhere: Zinskosten. Insgesamt gesehen ist die Schiffahrt damit der von der Abwertung am stärksten betroffene Wirtschaftszweig.