Von Karl-Heinz Janßen

Paris, im März

Im Panoptikum der Weltgeschichte wird die internationale Pariser Vietnamkonferenz als surrealistisches Kabinettstück seinen Wert behalten. Daß Kriege heutzutage nicht mehr erklärt und auch nicht mehr durch Friedensschlüsse beendet werden, daran hatte man sich nachgerade gewöhnt. Doch in Paris wurden die Dinge völlig auf den Kopf gestellt. Zwölf Regierungen, von denen sich drei noch untereinander im Kriegszustand befinden, garantierten einen Frieden, den es gar nicht gibt. Drei vietnamesische Kriegsparteien verpflichteten sich und die anderen auf die Einheit ihres Landes, doch praktisch erstrebte nur die erste die Einheit; die zweite sprach, als wolle sie lieber die Zweiteilung; die dritte handelte, als wolle sie gar die Dreiteilung.