In der nächsten Woche gibt es an den Schaltern der Banken und Sparkassen ein Wertpapier besonderer Art zu kaufen: die erste Tranche einer Stabilitätsanleihe des Bundes. Nichts Besonderes weisen die Konditionen des Papiers auf: Es wird bei einem Ausgabekurs von 100 Prozent mit 8,5 Prozent verzinst. Das Außergewöhnliche an der Aktion: Der Staat kassiert zwar eine runde Milliarde Mark, hat jedoch hoch und heilig versprochen, das Geld zumindest vorerst nicht auszugeben.

Was für die Bundesrepublik den Reiz des Neuen hat, gehört bei unseren französischen Nachbarn längst zum bewährten finanz- und wirtschaftspolitischen Instrumentarium. Erst zu Beginn dieses Jahres bot die Regierung in Paris eine Staatsanleihe in Höhe von nicht weniger als 5,5 Milliarden Francs an. Auch an der Seine verfolgt man damit Stabilitätsziele: Ein Prozent der gesamten Geldmenge soll abgeschöpft und damit die Konsumnachfrage der privaten Haushalte gedämpft werden.