Von Petra Kipphoff

Wer heute bei sogenannten aufgeschlossenen und interessierten Freunden erzählt, er habe gerade ein paar spätromantische Schwelgereien von Wordsworth oder Tennyson, Browning oder Swinburne gelesen, der müßte damit rechnen, für nicht ganz zurechnungsfähig gehalten zu werden. Wer denselben Freunden berichtete, er habe eine Ausstellung mit Werken von Rosetti, Millais, Hunt oder Burne-Jones gesehen, den Zeit- und Zeitgeistgenossen dieser Dichter also, der dürfte darauf zählen, als kultureller Geheimtipträger zu gelten. Denn, nicht wahr, nach Art Deco und Jugendstil sind ja wohl Präraffaeliten und Nazarener – welch schöne Namen schon – die Funde, die als nächstes anstehen.