Von Karlheinz Gieseler

Der sportliche Alltag hat uns wieder. Die Olympischen Spiele 1972 werden – mehr als alle anderen vorher – für den Sport in unserem Lande einen Einschnitt bringen, der noch nicht annähernd abzuschätzen ist. Vieles war schon vorher in Bewegung geraten; aber der große Durchbruch des Sports in der Gesellschaftspolitik oder in der eigenen Form ließ bisher auf sich warten. Über diese Tatsachen können weder die stürmisch angewachsene staatliche Förderung noch sportliche Erfolge hinwegtäuschen.

öffentliche Meinungsbildner wollen glauben machen, daß die allgemeine Lage schlechter ist, als sie sich darstellt. Die freiheitliche Ordnung des Sports soll brüchig, die Organisation untüchtig und die sportliche Demokratie in Frage gestellt sein. Schlagzeilen sprechen von hoffnungslos veralteten Vereinen, reformfeindlichen Verbänden und einer Führung im Stil der Gartenlaubenzeit. Die Turn- und Sportbewegung hat solche Pauschalurteile nicht verdient; sie sind ungerecht, vordergründig und falsch.