"Quarantäne im Niemandsland", von Horst Mönnich. Freiwillige Kooperation oder Zwangskollektivierung der Landwirtschaft: das sind, wie wir heute wissen, die beiden einzigen Auswege aus der permanenten Agrarkrise, die ihre politischen, nationalökonomischen, sozialen und menschlichen Aspekte hat. In der Bundesrepublik ist das alles zu spät erkannt oder vielmehr durch eine Politik der Illusionen und Subventionen verdeckt und vertuscht worden. In der DDR führte der kurze Weg zur Vollkollektivierung, nachdem man das Land erst aufteilte, über die Tragödie unzähliger Einzelbauern – und zur Abwanderung vieler ins Niemandsland. Das einmal anschaulich und verständlich darzubieten setzt sich dieses kleine, vorwiegend für jugendliche Leser bestimmte Buch von Horst Mönnich vor. Wie vor Jahren Mönnichs Hörspiel "Hiob im Moor" erscheint es in einer Reihe, die sich der Beweiskraft der Phantasie bedient und belletristische wie sachkundliche Darstellung kombiniert. In diesem Fall folgt dem 1970 mit dem Ernst-Reuter-Preis ausgezeichneten Hörspiel "Quarantäne im Niemandsland" eine knappe und kundig informierende Beschreibung der möglichen "zwei Wege", ohne überflüssige Polemik, mit Einsicht in die systembedingten Zwänge der einen wie der anderen Seite, für die Mönnich als Schilderer deutscher Wirklichkeit bekannt ist. Eine gute Gelegenheit, auf diese über Berufsprobleme und Sozialstrukturen des In- und Auslands aufklärende Bücherei hinzuweisen. (Baken-Bücherei 22, Baken-Verlag, Hamburg; 90 S., 4,50 DM.) Martin Gregor-Dellin