Von Helmut Arndt

Die nationalen Gewerkschaften, die Steuerbehörden und Notenbanken beobachten argwöhnisch das Verhalten der multinationalen Unternehmen. Die US-Handelsbehörde stellte kürzlich in einer Studie fest, daß die international tätigen Konzerne über eine Finanzmasse von 268 Milliarden Dollar verfügen. Nur ein Bruchteil dieser Summe würde ausreichen, um jedes Land in eine Währungskrise zu stürzen. Für Professor Helmut Arndt, Berlin, sind die "Multis" eine große Gefahr für die freie Weltwirtschaft.

Multinationale Konzerne und internationale Kartelle haben schon in der Endphase der Weimarer Republik in der Wahlkampfpropaganda radikaler Parteien eine nicht zu übersehende Rolle gespielt (wie überhaupt das Bündnis zwischen Nationalsozialisten und "Bigbusiness" erst nach der Machtergreifung eine Rolle spielte, was heute vielfach in Vergessenheit geraten ist). In der wirtschaftswissenschaftlichen Auseinandersetzung waren hingegen – vielleicht deshalb, vielleicht trotzdem – multinationale Konzerne und internationale Kartelle bis in die Gegenwart hinein ein "heißes Eisen", das niemand so recht anzufassen wagte.