Von Wolfgang Leonhard

Vor zwanzig Jahren, am 5. März 1953, starb Stalin. Der Tod des sowjetischen Diktators, der fast drei Jahrzehnte unumschränkt die Geschicke des Landes gelenkt hatte, wurde zunächst als Wendepunkt in der Geschichte der Sowjetunion betrachtet. Weit verbreitet war damals die Hoffnung, daß nun in der Sowjetunion eine Welle der Liberalisierung und Demokratisierung einsetzen würde. Aber die ersten Ansätze dazu trogen. Zwanzig Jahre später stellt sich die Frage, ob Stalins Tod wirklich ein Wendepunkt der sowjetischen Geschichte war.