Der Wahlsieg hat in der SPD die Schleusen der lange angestauten Diskussion über den Weg und die politischen Ziele der Partei geöffnet. Die Rücksichten auf die knappen Mehrheitsverhältnisse im Bundestag gelten nicht mehr, und auch der Wahlkampf-Disziplin fühlt sich die Partei ledig. Die Serie der Regional-Parteitage bestätigt das Urteil des linken Vorkämpfers Jochen Steffen: die Partei stürzt sich in Richtungskämpfe. Sie tut es mit einer solchen Vehemenz, daß die politischen Fetzen fliegen und so mancher vage sozial-liberal gestimmte Bürger sich fragt, ob dies denn noch die Partei sei, die er im November letzten Jahres gewählt hat.