Horst Ehmke, vom Kanzleramt ins Technologie-Ressort verwiesen, bemüht sich offenbar mit Erfolg darum, in seiner Partei wieder etwas Terrain zu gewinnen. Erst vor kurzem hatte er als sozialistischer Grundsatzdenker debütiert und vor einem Arbeitskreis der Friedrich-Ebert-Stiftung über das Thema "Demokratischer Sozialismus und demokratischer Staat" referiert. Die Genossen der SPD-nahen Stiftung sorgten schnell für die Verbreitung der Rede.

Nicht zuletzt daran lag es, daß Ehmke bei der jüngsten Neuwahl des baden-württembergischen SPD-Landesvorstandes nach dem neuen Vorsitzenden Erhard Eppler die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnte. Vertraute des Ministers – sind sicher, daß Ehmke die offenbar reichlich bemessene freie Zeit in seinem neuen Ministerium zu einer weiteren Renovierung seines Rufs innerhalb der SPD nutzen wird.