Venezuela hat sich – nach jahrelangem Zögern – in der vergangenen Woche dem Andenpakt angeschlossen. Präsident Caldera unterzeichnete in der peruanischen Hauptstadt Lima, dem Sitz der Andengruppe, den Beitrittsvertrag zu der regionalen Freihandelszone innerhalb der 1960 gebildeten (Gesamt-) Lateinamerikanischen Freihandelszone (ALALC).

Die ALALC wurde mit dem Vertrag von Montevideo 1960 gegründet, konnte freilich im Laufe der Jahre keines der gesteckten Ziele erreichen. Besonders die wirtschaftlich schwächeren Länder fühlten sich von den "Riesen" Brasilien, Argentinien und Mexiko (1968 = 70,2 Prozent der ALALC-Produktion) an die Wand gedrückt. Bolivien, Chile, Ekuador, Kolumbien und Peru leiteten 1968 mit der "Erklärung von Bogotá" eine engere regionale Zusammenarbeit ein. Sie führte im Mai 1969 zur "Charta von Cartagena", der Gründungsurkunde des Andenpaktes.