Die schnell geschriebenen Bücher über die Tschechoslowakei, die unmittelbar nach der Invasion der fünf "Brüderarmeen" im August 1968 im Westen erschienen, enthielten zumeist nur eine Beschreibung der Geschehnisse im acht Monate währenden "Prager Frühling". Erfahrene Verleger, die ihren Markt kennen, beeilten sich, auch nicht ganz durchgehauene Werke herauszubringen – sie wußten, daß ein besetztes Land, welches fortan internationale Währungskrisen nicht beeinflussen kann (mangels Währung), ein Volk, das keine selbständige Rolle in der Weltpolitik spielen kann (weil es nicht einmal über sich selbst entscheidet), schnell vergessen wird. Es mußte eine Weile dauern, bis gründlichere Werke entständen, in denen diese, stürmischen acht Monate der Hoffnung als Bestandteil und vorläufige Krönung eines längeren historischen Prozesses dargestellt werden.